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Was sich ab 1. August in Deutschland ändert

30.07.2014, 16:55 Uhr | AFP, t-online.de
Zum 1. August 2014 treten zahlreiche Neuregelungen in Kraft. Dazu gehören die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes,die Umstellung auf das europäische Zahlungssystem SEPA sowie Neuerungen beim Haustierkauf, der Finanzberatung

EEG-Reform startet

Ausgiebig hatten Politiker und Wirtschaft in den vergangenen Monaten über die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gerungen. Sie sieht vor, sowohl den Ausbau von Ökostrom-Anlagen als auch die staatliche Förderung für die Erzeugung von grünem Strom zu beschränken. Verbraucher müssen weiter die mit der Stromrechnung anfallende EEG-Umlage zahlen. Ein verringerter Beitrag wird dabei aber für Betriebe bestimmter Industriezweige sowie für Bahngesellschaften fällig.

Wer neue Anlagen baut, um Strom für den Eigenverbrauch zu produzieren, muss hingegen Stück für Stück mehr an Umlage bezahlen: Bis Ende 2015 sind zunächst 30 Prozent der regulären EEG-Umlage fällig. Die Rate steigt bis 2017 auf 40 Prozent. Kleinere Anlagen sind davon ausgeschlossen, ebenso bereits bestehende Anlagen. Betreiber größerer Neu-Anlagen müssen außerdem künftig ihre Energie direkt vermarkten. Die Umstellung erfolgt schrittweise.

SEPA tritt endgültig in Kraft

Auch für Bankkunden ändert sich einiges. Das einheitliche europäische Zahlungssystem SEPA tritt endgültig in Kraft. Fortan werden einheitliche Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr, also für Überweisungen und Lastschriften, gelten. Für Kunden ändern sich dann die Bankverbindungsdaten: Die bisherige Kontonummer und Bankleitzahl werden nach und nach abgeschafft und durch die internationale Kontonummer, die sogenannte IBAN, ersetzt. Sie besteht aus 22 Stellen. In einer Übergangsfrist bis Februar 2016 können Verbraucher für inländische Überweisungen aber auch noch die bisherigen Verbindungsdaten nutzen, sofern ihre Bank das zulässt.

Honorar statt Provision

Eine weitere wichtige Änderung betrifft die Finanzberatung: Erstmals gibt es ab dem 1. August in Deutschland ein geschütztes Berufsbild des Honorar-Anlageberaters. Solche Berater sollen möglichst unabhängig und transparent ihre Empfehlungen an die Kunden aussprechen. Die Finanzaufsicht BaFin führt ein Register über die geprüften Honorar-Anlageberater. Ab dem Stichtag kann die Liste im Internet eingesehen werden. Honorar-Anlageberater dürfen sich nur von ihren Kunden bezahlen lassen, Provisionszahlungen für vermittelte Anlageprodukte sind für sie tabu. Sollten sie ein Produkt an den Mann bringen, das sich nur als Provisionsprodukt vermitteln lässt, müssen sie die Extra-Zahlung unverzüglich an den Kunden weitergeben.
Anderweitige "Provisionen" wie etwa Belohnungsreisen sind für Honorar-Anlageberater verboten. Die Berater sind dazu verpflichtet, ihren Kunden eine breit gestreute, am Markt ausgerichtete Angebotspalette verschiedener Anbieter zu präsentieren. Institute, die sowohl Finanzberatung auf Provisionsbasis als auch Honorar-Anlageberatung anbieten, müssen beides streng voneinander trennen.

Mehr Betreuungsgeld

Um mehr Geld geht es auch für viele Familien: Das Betreuungsgeld steigt von bisher 100 Euro monatlich auf 150 Euro. Eltern, die für ihr Kind im zweiten Lebensjahr keine öffentlich geförderte Betreuung in Anspruch nehmen, können seit August vergangenen Jahres die staatliche Familienleistung beziehen.

Fleischbranche bekommt Mindestlohn

Eine finanzielle Neuerung gibt es auch für die Beschäftigten der Fleischbranche. Sie bekommen ab August einen bundesweit einheitlichen Mindestlohn. Das Kabinett billigte eine vom Arbeitsministerium vorgelegte Verordnung, die erstmals eine Untergrenze bei der Bezahlung in der Fleischwirtschaft festlegt.

Die Verordnung erklärt den Anfang des Jahres abgeschlossenen Mindestlohn-Tarifvertrag für alle Unternehmen und alle Beschäftigten allgemeinverbindlich, auch für aus dem Ausland entsandte Arbeitnehmer. Ursprünglich war ein Start bereits zum 1. Juli anvisiert worden.

Mehr Infos beim Heimtierkauf

Und zu guter Letzt profitieren auch Tiere vom Monatswechsel. Ab dem 1. August gelten strengere Regeln für den Handel mit Haustieren wie etwa Hunden oder Katzen. Wer solche Wirbeltiere nach Deutschland bringt, um sie weiterzuverkaufen, braucht zur Einfuhr künftig eine Genehmigung der zuständigen Länderbehörde. Der Transport muss für die Tiere so stressfrei wie möglich vonstatten gehen.

Mit den strengeren Regeln wollen die Behörden vor allem dem unseriösen Welpenhandel den Garaus machen. Beim Verkauf von Wirbeltieren, Nutztiere ausgeschlossen, muss der Verkäufer seinem Kunden künftig ein Infoblatt aushändigen, auf dem alles Wichtige zu Ernährung, Pflege und Unterbringung des neuen Haustieres zusammengefasst ist. Betreiber von Hundeschulen brauchen fortan eine Erlaubnis der zuständigen Veterinärbehörde. So sollen Mindeststandards in der Qualität der Hundeausbildung gewährleistet werden.

Nachricht vom 30.7.14 17:38

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Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 27. März 2019

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